Die Unterscheidung zwischen echtem Menschenhaar haar und synthetischem Haar (oder Mischungen) ist wichtig, wenn Sie Perücken, Haarverlängerungen oder Haarteile kaufen. Hier ist eine umfassende Anleitung:
Sichtprüfung
· Schuppenschicht-Ausrichtung: Echtes Menschenhaar besitzt eine natürliche Schuppenschicht, die einheitlich von der Wurzel bis zur Spitze verläuft (ähnlich wie Dachschindeln). Unter einer Lupe können Sie kleine, überlappende Schuppen erkennen. Synthetische Fasern weisen häufig eine völlig glatte oder unregelmäßig strukturierte Oberfläche auf.
· Wurzeln & Spitzen: Echte Haarwurzeln weisen möglicherweise Follikel (kleine Zwiebeln) auf, und die Spitzen sind natürlicherweise zugespitzt. Synthetisches Haar weist häufig stumpfe, geschmolzen versiegelte Spitzen und einheitliche Wurzeln auf.
· Farbvariationen: Natürliche Haare weisen subtile Farbunterschiede und Lichtreflexe auf, selbst bei einfarbigen Nuancen. Synthetisches Haar kann unnatürlich einheitlich oder übermäßig glänzend wirken.
Taktiler Eindruck & Struktur
· Haptik: Menschenhaar fühlt sich weich und glatt an und kann im Laufe der Zeit leicht fettig werden. Hochwertiges synthetisches Haar kann ebenfalls weich sein, doch günstigere Varianten fühlen sich oft grob, plastikartig oder unnatürlich glitschig an.
· Elastizität: Ziehen Sie vorsichtig einige Haarsträhnen leicht auseinander. Menschenhaar besitzt eine gewisse Elastizität und dehnt sich geringfügig, bevor es in die Ausgangsform zurückkehrt. Synthetisches Haar dehnt sich entweder kaum oder übermäßig und kehrt möglicherweise nicht in die Ausgangsform zurück.
· Hitzetest (Vorsicht!): Verwenden Sie ein Glätteisen bei niedriger Temperatur auf einer einzelnen Haarsträhne (führen Sie diesen Test diskret durch, falls Sie vor dem Kauf testen). Echthaar verbrannt oder kräuselt sich mit einem charakteristischen Geruch nach verbranntem Protein (wie verbrannte Federn/Nägel). Synthetisches Haar schmilzt, kräuselt sich stark oder entwickelt einen plastikartigen/chemischen Geruch. Atmen Sie die Dämpfe nicht ein.
Verbrennungstest (der zuverlässigste, aber zerstörende Test): Führen Sie diesen Test nur an einer kleinen, unauffälligen Probe durch (z. B. von der Webkante einer Perücke oder einigen Haaren aus einem Bund):
· Echthaar: Brennt langsam, zieht sich vom Flammenrand zurück und riecht nach verbranntem menschlichem Haar oder Keratin (ähnlich wie verbrannte Federn oder gegrilltes Fleisch). Die Asche verwandelt sich in feinen, pulverförmigen grauen Rückstand.
· Synthetisches Haar (Kunststofffasern wie Acryl, PVC, Kanekalon): · Brennt schnell und schmilzt, wobei sich harte, dunkle Kügelchen an der Spitze bilden. · Riecht nach verbranntem Kunststoff, Chemikalien oder Erdöl. · Kann weiter schmelzen und tropfen.
Wasser- und Porositätstest
· Wasseraufnahme: Menschenhaar nimmt Wasser auf und fühlt sich nass schwerer an. Die Textur kann sich ebenfalls verändern (z. B. lockiges Haar wird krausiger). Die meisten synthetischen Haare weisen Wasser ab, trocknen schnell und nehmen keine Feuchtigkeit auf.
· Schwimmtest: Legen Sie eine Haarsträhne ins Wasser. Menschenhaar sinkt aufgrund seiner Porosität oft langsam. Synthetisches Haar kann schwimmen.
Styling & Hitze
· Hitze-Styling: Menschenhaar kann mit Hitze-Tools (Lockenstäbe, Glätteisen) gestylt werden und behält die gewünschte Form. Synthetisches Haar kann bei hoher Hitze schmelzen oder sich verformen (es sei denn, es handelt sich um hitzebeständiges synthetisches Haar, das jedoch Einschränkungen unterliegt).
· Farbveränderung: Menschenhaar kann gefärbt oder aufgehellt werden (verarbeitetes Haar kann jedoch anders reagieren). Synthetisches Haar lässt sich nicht mit Haarfärbemitteln aufhellen – die Farbe deckt lediglich ungleichmäßig die Oberfläche ab.
Preis & Herkunft
· Kosten: Echtes Menschenhaar ist deutlich teurer als synthetisches Haar. Extrem günstiges „Menschenhaar“ ist häufig synthetisch oder stark gemischt.
· Kennzeichnung: Prüfen Sie die Produktbeschreibungen. Begriffe wie „100 % Menschenhaar“, „Virgin Hair“ (unbehandelt) oder „Remy Hair“ (Schuppenschicht intakt und einheitlich ausgerichtet) weisen auf echtes Haar hin. „Synthetisch“, „Kanekalon“, „Toyokalon“ oder „hitzebeständige Fasern“ deuten auf synthetisches Haar hin.
Langzeitverhalten
· Im Laufe der Zeit: Menschenhaar kann mit der Nutzung trocken, kraus oder verfilzt werden – ähnlich wie natürliches Haar – und benötigt möglicherweise eine Pflegebehandlung. Synthetisches Haar behält oft seine Frisur bei, kann jedoch bei geringer Qualität schneller kraus, glänzend oder verfilzt werden.

Inhaltsverzeichnis
- Sichtprüfung
- Taktiler Eindruck & Struktur
- Verbrennungstest (der zuverlässigste, aber zerstörende Test): Führen Sie diesen Test nur an einer kleinen, unauffälligen Probe durch (z. B. von der Webkante einer Perücke oder einigen Haaren aus einem Bund):
- Wasser- und Porositätstest
- Styling & Hitze
- Preis & Herkunft
- Langzeitverhalten